Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für die erfolgsabhängige Arbeitsvermittlung
Der bisherige Vermittlungsgutschein (VGS) ist ab 01.04.2012 durch den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ersetzt wurden.

Durch welches Gesetz wird der AVGS geregelt?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein wird nicht mehr wie bisher im § 421g des SGB III geregelt sondern ab 01.04.2012 im § 45 des SGB III (neu).

Was ist neu am Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)?

Der AVGS kann in 3 verschiedenen Varianten ausgegeben werden und dient nicht mehr ausschließlich als Förderinstrument zur Vermittlung von Arbeitslosen.

1. Maßnahmen bei einem Träger wie z.Bsp. Umschulungen (MAT)
2. Maßnahmen bei einem Träger zur erfolgsbezogenen vergüteten Arbeitsvermittlung (MPAV)
3. Maßnahmen bei einem Arbeitgeber wie z.B. Praktikum (MAG)

Wozu dient die jeweilige Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinvariante?

• Der AVGS I (MAT) dient zur Unterstützung der Aktivierung und Eingliederung von Arbeitssuchenden durch Maßnahmen bei zugelassenen Trägern. (Bewerbungstraining, Fortbildung etc.)
• Der AVGS II (MPAV) dient zur ausschließlich erfolgsorientierten Vermittlung von Arbeitssuchenden in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis durch zugelassene Träger (wie der ehemalige Vermittlungsgutschein).
• Der AVGS III (MAG) dient zur Durchführung einer betrieblichen Trainingsmaßnahme von bis zu 6 Wochen bei einem Arbeitgeber.

Wer kann einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) beantragen?

Alle Menschen, die bei Ihrer zuständigen Arbeitsagentur oder dem Jobcenter arbeitssuchend gemeldet sind, können einen Aktivierungs- und
Vermittlungsgutschein (AVGS) beantragen.
Dazu gehören neben Empfängern von ALG I und ALG II unter anderem auch von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende wie:
• Arbeit suchend gemeldete Nichtleistungsempfänger (also auch ohne ALG I oder ALG II)
• Hochschulabsolventen und Auszubildende auf Jobsuche
• Selbstständige sowie Berufsrückkehrende (§ 20 SGB III- z.B. nach Elternzeit oder Pflege von Angehörigen)),
• Soldaten bei Beendigung des Wehrdienstes
• Beschäftige in Transfer- und Auffanggesellschaften

Wie bekommen Sie einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)?

Der AVGS wird bei der zuständigen Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der jeweiligen Optionskommune beantragt. Als Antrag gilt jede persönliche,
telefonische sowie schriftliche Willensbekundung per Brief, Fax oder E-Mail.

Wann erhalten Sie einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)?

• Bezieher von Arbeitslosengeld I können nach dem Ermessen der Arbeitsagentur den AVGS ab dem ersten Tag der Arbeitslosmeldung erhalten. Nach 6 Wochen Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug (innerhalb der letzten 3 Monate) haben ALG-I-Empfänger einen Rechtsanspruch auf den AVGS.
• Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) können nach dem Ermessen des Jobcenters / der Optionskommune den AVGS ohne Wartezeit erhalten.
• Nichtleistungsbezieher (von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen ohne Leistungsbezug) haben erstmals die Möglichkeit, den AVGS zu erhalten. Dieser kann wie für Hartz-IV-Empfänger nach dem Ermessen des Leistungsträgers ausgestellt werden.

Wie lange gilt ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)?

Der AVGS kann zeitlich und regional befristet werden und gilt in der Regel für 3 Monate, solange keine Umstände eintreten, die einen Wegfall der Anspruchsgrundlage begründen. Dazu gehören z.B. Arbeitsaufnahme, Wechsel von ALG I zu ALG II, Beendigung der Suche, Umzug.

Welchen AVGS benötigt man, um eine private Arbeitsvermittlung zu beauftragen?

Es muss der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein - AVGS II für eine Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung beantragt werden.
Laut §296 SGB III muss mit dem privaten Arbeitsvermittler ein Vertrag über die Durchführung einer Vermittlung geschlossen werden. Die Vermittlungskosten der privaten Arbeitsvermittlung werden für AVGS- Inhaber bei Erfolg
vom Leistungsträger (Arbeitsagentur oder Jobcenter) übernommen.

Der AVGS kann von dem Arbeitsvermittler nur abgerechnet werden wenn?

1. Vermittlungen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, mit mindestens
15 Arbeitsstunden je Woche ab 401,00 € Verdienst durchgeführt werden.
2. Das Beschäftigungsverhältniss eine Dauer von mindestens 3 Monaten hat.
3. Sie bei demselben Arbeitgeber nicht schon innerhalb der
letzen 4 Jahre einmal mehr als drei Monate gearbeitet haben.
4. Der Arbeitsvermittler als Gewerbetreibender angemeldet ist.

Was muss ich bei der Auswahl eines privaten Arbeitsvermittlers beachten?

Der private Arbeitsvermittler muss ab 01.01.2013 als Träger nach der AZAV Zertifizierung zertifiziert sein und sollte über ein eigenes Qualitätsmanagement
verfügen. Bis dahin ist die Gewerbeanmeldung der Zertifizierung gleich gestellt.

Anmerkung:
• beantragen Sie immer zur Unterstützung Ihrer Arbeitssuche einen AVGS
• achten Sie immer auf die zeitliche Befristung Ihres AVGS und beantragen Sie ggf.
einen neuen

Achtung:
Sind die Fördervoraussetzungen für einen AVGS nicht erfüllt, ist immer ein Ablehnungsbescheid durch den Leistungsträger zu erstellen, in dem konkret die Ablehnungsgründe beschrieben sind. Somit wissen Sie und der jeweilige Träger woran es scheitert.